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Die Geschichte der AIA

Vereinsgeschichte

Die Arbeitsloseninitiative im Ammerland e.V. (AiA) wurde 1983 auf Initiative einiger Mitglieder der Ev.luth. Kirchengemeinde Westerstede gegründet.

Gründungssituation 1983

Als die wirtschaftliche Situation sich 1982/83 stark verschlechterte, trat das Phänomen der Langzeitarbeitslosigkeit das erste Mal nach dem zweiten Weltkrieg auf. Von allen am Wirtschaftsprozess Beteiligten wurde Arbeitslosigkeit jedoch als temporäres Problem der wirtschaftlichen Entwicklung abgetan.

Von der Kirchengemeinde Westerstede und ihren Pastoren wurde die psychische Dimension der Arbeitslosigkeit als gravierendes Problem festgestellt.

Um diesen Problemen zu begegnen, wurden mit Hilfe des Arbeitsamtes Arbeitslosenberater eingestellt, die durch Gesprächsangebote mit dem arbeitslosen Personenkreis für ein Aufbrechen der Situation sorgten. Da die Kirchengemeinden zu mehr nicht in der Lage waren und Beschäftigungsangebote nur in bescheidenem Maße anbieten konnten, wurde von verantwortungsbewussten und sozial engagierten BürgerInnen und Pastoren unser Verein gegründet.

Mit der Einrichtung eines Arbeitslosenfrühstücks wurde ein Forum gebildet, das Arbeitslosen eine Möglichkeit bieten sollte, sich über ihre Problematik auszutauschen. Dieses Forum beschloss eine Holzwerkstatt einzurichten, die die Tagesstruktur von Arbeitslosen formen helfen sollte. Dazu kamen dann Beschäftigungsangebote in Grünanlagen und der Aufbau eines sozialen Möbeldienstes.

Die unterschiedlichen Aktivitäten wurden jeweils mit den Sozialämtern, mit der Arbeitsverwaltung und den Jugendämtern abgesprochen. Die Bereiche waren durch verschiedenste Möglichkeiten zu finanzieren. Sinnvolle Arbeit für die psychisch in einer schwierigen Situation befindlichen Arbeitslosen sollte nicht zu einer Konkurrenz für bestehende Kleinbetriebe werden.

Es wurden Umschulungsmaßnahmen organisiert und die Möglichkeit der Aufnahme einer Fortbildung begleitet. Die Veränderung der Situation von Arbeitslosen war immer auch Thema in Gesprächen mit den Sozialträgern, der Arbeitsverwaltung und Arbeitgebern.

Ideengeber für die Entwicklungstrends waren Kommunen (Gemeinden und Landkreise), Kirchengemeinden, Schulen (insbesondere Förderschulen), der kirchliche Dienst in der Arbeitswelt und die Diakonie. Es entwickelten sich in der Folge verschiedene Arbeitskreise und Arbeitsgruppen, die mit ihren Erfahrungen auch der AiA halfen, neue Trends zu setzen.

Heutige Situation

Die Arbeitsloseninitiative im Ammerland e.V. ist inzwischen in Arbeitsinitiative im Ammerland e.V. umbenannt worden und weit über das Ammerland hinaus als erfolgreiche diakonische Einrichtung bekannt. Ihre Zuverlässigkeit und Kompetenz in Fragen der Hilfe für erwerbslose Menschen steht außer Frage. Wir sind eingebunden in Arbeitskreise im Ammerland, aber auch bei der Oldenburgischen Landeskirche und ihrer Diakonie.

Beratungsstelle für Erwerbslose

In unserer Beratungsstelle werden erwerbslose Menschen darin unterstützt, ihre Probleme zu strukturieren und zu bewältigen, sowie neue Perspektiven zu entwickeln. Die Beratungsstelle ist mit den weiteren Beratungsstellen im Ammerland vernetzt und steht im Kontakt zum Jobcenter. In der Beratungsstelle wird vertraulich und kostenlos beraten.

Sozialer Möbeldienst mit dem sozialen Kaufhaus „Schnüsterstuv“

Hier werden 11 Menschen Arbeitsgelegenheiten angeboten, die ihnen einen Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt ermöglichen sollen. In diesem Projekt werden Erwerbslose beschäftigt, die durch mehrere Vermittlungshemmnisse an einer erfolgreichen Eingliederung derzeit scheitern. Unser soziales Kaufhaus veräußert durch Wohnungsauflösungen oder Spenden erhaltene Möbel und sonstige Hausratgegenstände, um bedürftige Personen damit auszustatten.

Werkstätten

Unser Werkstattprojekt Holz bestand bis 2014 und war in unserer vereinseigenen Holzwerkstatt in Halsbek untergebracht, die neben dem Werkstattbetrieb über Büros und einen medial gut ausgestatteten Unterrichtsraum verfügt. Die Werkstatt ist mit allen Maschinen ausgestattet, die für eine Grundqualifizierung der Teilnehmer/innen notwendig sind. Der Maschinenpark wird ständig auf dem neuesten Stand gehalten.

Das Werkstattprojekt Holz bot ebenfalls Arbeitsgelegenheiten für Menschen, die aufgrund verschiedener Hemmnisse und Blockaden nicht sofort in den 1. Arbeitsmarkt zu vermittlen waren.

Seit 2015 ist unsere Holzwerkstatt durch eine Metallwerkstatt, eine Zweiradwerkstatt, eine Trockenbauwerkstatt und eine Malerwerkstatt erweitert worden.

Innerhalb dieser Werkstätten wird aktuell die Aktivierungsmaßnahme "Aufbruch in Arbeit und Beruf" (AZAV-zertifiziert) durchgeführt, um erwerbslosen Menschen Unterstützung bei der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu gewähren. Hier werden Grundkenntnisse im handwerklichen Bereich vermittelt, zudem werden Kompetenzen festgestellt und analysiert, um anschließend die Teilnehmer/innen in einen Ausbildungs- bzw. Arbeitsplatz vermitteln zu können.

Fahrdienst

Dieser ist als Beschäftigungsprojekt ein voller Erfolg, wie man an der gestiegenen Anzahl von Kunden sehen kann. Er dient nicht nur unseren Einrichtungen, sondern allen vom Landkreis geförderten Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojekten im Ammerland. Die im Rahmen von Arbeitsgelegenheiten (AGH) beschäftigten 6 MitarbeiterInnen bringen die ProjektteilnehmerInnen zu ihren jeweiligen Arbeits- und Lernorten. Dies ist im Ammerland aufgrund lückenhaften öffentlichen Personennahverkehrs nötig. Mit 5 Kleinbussen werden die Teilnehmer/innen aus den 6 kreisangehörigen Gemeinden zu den Projekten gefahren.

Das Projekt Fahrdienst bietet eine Möglichkeit, die Zuverlässigkeit und Selbständigkeit unserer Teilnehmer/innen zu fördern und hat gute Vermittlungserfolge auf den ersten Arbeitsmarkt zu verzeichnen.